Was versteht man unter dem Fuchsbandwurm?

Der kleine Fuchsbandwurm ist ein Endoparasit, dessen Endwirt der Fuchs ist. Im Dünndarm infizierter Individuen leben die erwachsenen Bandwürmer, deren Eier mit dem Fuchskot ausgeschieden werden. Als „Endwirt“ ist der Fuchs an den Parasiten angepasst und trägt auch bei recht starkem Befall kaum Schaden davon. Die ausgeschiedenen Eier werden von Zwischenwirten, meist Nagern wie etwa Mäusen, aufgenommen. Dort entwickeln sie sich zur Larve weiter und gelangen über die Blutbahn in Organe wie Leber oder Lunge, wo sie so genannte Finnen bilden. Der Zwischenwirt wird nach und nach immer mehr geschwächt und damit wiederum leichte Beute für Füchse oder andere Beutegreifer, die sich so mit dem Bandwurm infizieren. In dessen Organismus kann die Larve sich zum fertigen Bandwurm weiterentwickeln und erneut Eier ausscheiden. Der Kreislauf beginnt von vorne.

Der Mensch stellt für den Fuchsbandwurm einen so genennten „Fehlwirt“ dar, da der Kreislauf praktisch „blind“ endet. Der Kreislauf wird nicht fortgesetzt, da der Parasit von hier aus nicht weiter in den Endwirt gelangen kann (Füchse fressen ja schließlich keine Menschen…). Eine Infektion richtet unbehandelt massiven Schaden an. Das Krankheitsbild wird als „Echinokokkose“ bezeichnet.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an Echinokokkose zu erkranken?

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts infizieren sich bundesweit etwa 30 Personen pro Jahr – das sind weit weniger als jählich beispielsweise durch Blitzschlag zu Schaden kommen. Dies verdeutlicht, dass das Risiko, sich in Deutschland mit Fuchsbandwurm zu infizieren, äußerst gering ist. Des Weiteren entfallen Untersuchungen zufolge die meisten Krankheitsfälle auf Risikogruppen. So haben beispielsweise Personen, die in der Landwirtschaft, im Forstsektor oder Jagdbereich tätig sind, ein höheres Risiko. Sie sind häufig in Kontakt mit aufgewirbeltem Staub, in dem potenziell Eier des Fuchsbandwurms enthalten sein können, oder toten Tieren. Dennoch zählt die Infektion mit dem Fuchsbandwurm beim Menschen zu den seltensten Parasitosen Europas. Eine Infektion kann nur durch orale Aufnahme von Bandwurmeiern erfolgen. Dies lässt sich durch einfache Hygienemaßnahmen verhindern. Nach dem Kontakt mit Erde, z.B. durch Gartenarbeit oder das Sammeln von Pilzen, oder nach Kontakt mit Tieren, sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Haustiere, insbesodere solche, die Mäuse fressen (Maus = Zwischenwirt), sollten selbstverständlich regelmäßig entwurmt werden. Auch sollte man Obst und Gemüse vor dem Verzehr unter fließendem Wasser reinigen. Wer Nahrungsmittel außerdem auf 60°C erhitzt, tötet damit zuverlässig Bandwurmeier ab.

Kann ich mich durch das Sammeln und den Verzehr von Pilzen und Waldbeeren infizieren?

Die weit verbreitete Meinung, dass insbesondere der Verzehr von ungewaschenen Beeren und Pilzen leicht zu Infektionen mit Fuchsbandwurm führen kann, wird von Experten mittlerweile bezweifelt. Es ist kein Fall bekannt, bei dem ein Echinokokkose-Patient sich nachweislich auf diesem Wege angesteckt hat. Bei genauerer Betrachtung ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass Waldbeeren mit Fuchskot kontaminiert sind (dies ist Voraussetzung für ein mögliches Infektionsrisiko), aüßerst gering. Füchse haben keinen besonderen Grund, explizit auf Früchte zu koten, zumal die Sträucher meist Dornen aufweisen und die Angelegenheit für den Fuchs eher unangenehm machen würden… Experten gehen außerdem davon aus, dass die einmalige Aufnahme von Bandwurmeiern nicht zwingend eine Infektion auslöst, sondern das Risiko erst bei wiederholtem Kontakt ansteigt.

Kann mein Hund sich durch Füchse in der Umgebung anstecken?

Wenn Füchse in Siedlungen auftauchen entsteht leider häufig schnell die Sorge, dieser könne Krankheiten auf uns Menschen oder unsere Haustiere übertragen. Die Übertragung des Fuchsbandwurmes auf Füchse, sowie Hunde und Katzen, erfolgt jedoch ausschließlich über das Fressen infizierter Zwischenwirte. Endwirte (Füchse, Hunde…) können sich nicht durch Kontakt untereinander mit Stadien infizieren, die zu erwachsenen Bandwürmern heranwachsen können. Katzen, aber auch Hunde, können sich dennoch mit dem Fuchsbandwurm anstecken – nämlich durch den Verzehr infizierter Mäuse. Eine regelmäßige Entwurmung mit einem passenden Wurmmittel, sowie Hygiene im täglichen Umgang mit dem Haustier, sollte selbstverständlich sein.

 

Auch wenn der Fuchsbandwurm vielen Menschen direkt in den Sinn kommt, wenn sie einen Fuchs sehen, ist die Gefahr einer Ansteckung verschwindend gering.