Ein Puma als Haustier

Illegal nach Deutschland geschmuggelt

TIKAM wurde im September 2018 geboren und im Alter von etwa 8 Wochen von einem Privatmann aus Baden-Württemberg für 2.300 € bei einer Züchterin in Tschechien gekauft. Anschließend wurde er ohne Impfung und gültige Papiere illegal über die Grenze nach Deutschland gebracht und in einer Wohnung gehalten. Nachdem mehrere Anwohner und auch die Vermieterin Beschwerde beim Veterinäramt eingereicht hatten, als sie den Mann mit dem Puma an der Leine im Stadtpark gesehen hatten, kontrollierte die zuständige Behörde die Haltung. Dem Besitzer wurde die umgehende Abgabe des Pumababys in eine artgerechte Haltung auferlegt – andernfalls drohte die Beschlagnahmung. Der Mann wandte sich daraufhin an TIERART und wir erklärten uns bereit, TIKAM zu übernehmen. Aufgrund des fehlenden Impfschutzes musste er jedoch zunächst für einige Wochen in der Quarantänestation des Tierheims Rüsselsheim untergebracht werden. Seit 02.02.2019 lebt TIKAM nun bei TIERART und bewohnt aktuell einen Teil der Tigeranlage. Ein spezielles Pumagehege soll schnellstmöglich gebaut werden. TIKAM ist ein trauriges Beispiel für die unzureichende Gesetzgebung hinsichtlich der Haltung exotischer Wildtiere in Deutschland. Tatsächlich ist die Privathaltung von Puma, Tiger, Gepard & Co. in einigen Bundesländern unter Einhaltung bestimmter (teils sehr geringer) Auflagen erlaubt. Im Falle von TIKAM hätte ein nur 100 m2 „großes“ Außengehege gereicht, um ihn behalten zu dürfen…

Der Handel mit Wildtieren ist leider ein unüberschaubares Geschäft und durch das Internet ist es auch sehr einfach, an entsprechende Tiere zu gelangen. Die Dunkelziffer bzgl. in Privathaltung unter fragwürdigen Bedingungen lebender Exoten dürfte dementsprechend hoch sein…

„Puma Nachwuchs in Maßweiler“, Sat1 17:30 live, 12.02.2019

„Puma erkundet Freigehege“, SWR aktuell, 09.02.2019